SC Pöcking Damenfußball am Samstag, 16.01.2010  


 Allgemein
 Damen I + II
 U17-Mädchen
 U15-Mädchen

 Social Bookmarks
 




 Social Groups
 






News

» 16.12.2009: Das Winter-Interview mit Coach Sascha Assmann

(mrx) Der Pöckinger Damen-Trainer stellte sich erneut und fast schon traditionsgemäß den halbjährlichen Fragen von scppdamenfussball.de!


Zur abgelaufenen Hinrunde schauen wir erst einmal auf die Tabelle und sehen einen zweiten Platz. War der Verlauf der Saison deutlich mehr oder doch nicht ganz so zufriedenstellend?

Wir stehen auf einem guten zweiten Platz und haben tolle sowie konstante Leistungen gezeigt. Daher vollkommen verdient. Lediglich der Saisonstart war nicht optimal. Mit einer Niederlage beim Tabellenführer Unterpfaffenhofen und einem Unentschieden gegen Fürstenfeldbruck hatten wir einen weniger guten Start. Da unsere Liga sehr unausgeglichen ist, wird es schwer Unterpfaffenhofen noch einzuholen...

...und wie soll das gelingen?

Aus eigener Kraft schaffen wir es nicht, jedoch ist es nicht unmöglich. Wir müssen in der Rückrunde einfach nur eine konstante Leistung zeigen, den Rest lassen wir auf uns zukommen.

Wie lautet das Fazit der neuen Kreisklassen-Saison auf halber Strecke?

Zusammengefasst sind wir mit der Hinrunde absolut zufrieden!

Ist das gute Abschneiden im DFB-Pokal auf Bezirksebene in dieser Zufriedenheit mit eingeschlossen?

Das war definitiv ein Highlight, auch weil es neben dem kurzen Ligaspielbetrieb eine willkommene Abwechslung war. Mit einem 10:0-Auswärtssieg beim SV Haunshofen sind wir in die zweite Runde gekommen, wo wir auf den altbekannten Pokalgegner TSV Neuried getroffen sind. Mit einer tollen kämpferischen Leistung gewannen wir 2:1 und zogen dadurch in das Achtelfinale ein. Das Derby gegen den Bezirksliga-Tabellenführer TSV Gilching (1:4) war einfach nur toll anzusehen. Die Mädels haben es sich absolut verdient und in diesem Spiel fast 100 Zuschauern gezeigt, was in ihnen steckt.

Ist der SCPP so stark besetzt oder ist das Niveau bis zur Bezirksliga eher ausgeglichen?

Ich denke, wir sind sehr gut besetzt. Wichtig ist hier die Breite. Durch unsere Kleinfeldmannschaft kommt jede Spielerin zu ihren Einsätzen, was für eine spielerische Entwicklung zwingend notwendig ist. Was den Unterschied ausmacht ist die Konstanz der guten Leistungen...

...immerhin hat es zum besten Sturm und zur besten Abwehr in der Liga gereicht, nicht aber zur Tabellenführung...

Leider nein. Es bessert sich von Spielzeit zu Spielzeit, aber auch dieses Jahr hatten wir zum Saisonauftakt eine Schwächephase. Diese dürfen wir uns nicht leisten wenn wir oben mitspielen wollen. Das macht noch den Unterschied aus, aber spielerisch haben wir uns enorm gesteigert.

Es gibt ja diesen schönen Spruch - "Mit der Offensive gewinnt man Spiele, mit der Defensive Meisterschaften" - vom Torverhältnis schaut es für Pöcking gut aus, aber der Aufstieg wird nach Punkten vergeben. Was spricht am Ende für einen Pöckinger Aufstieg? Sofern dieser noch das Ziel für die Rückrunde ist?

Da die Aufstiegsregelung ja noch im Unklaren liegt, kann man dazu nur schwer Aussagen treffen, aber im Falle einer vierten Kreisliga wird wohl auch der Tabellenzweite mit aufsteigen und das ist unser Ziel: Wir wollen den aktuellen Tabellenplatz halten, was angesichts der Konkurrenten aus Fürstenfeldbruck und Wildenroth nicht einfach wird. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und werden dann sehen was am Ende der Spielzeit passiert. Natürlich sieht das Torverhältnis sehr gut aus, bisher war genau das in den vergangenen Spielzeiten immer unser Manko. Auch hier sehen wir eine Steigerung. Aber das Torverhältnis ist nun mal nicht entscheidend, sondern die Punkte die auf dem Konto stehen und hier mussten wir in wichtigen Spielen entscheidende Zähler liegen lassen. Nur ein Zusammenspiel von Offensive und Defensive ist der Garant für den Erfolg, wobei sich ein Sieg natürlich zu 80% auf der Defensivleistung aufbaut. Steht die Abwehr dann, hat man auf jeden Fall schon mal einen Punkt sicher. Und ein 1:0 bringt genauso einen "Dreier" wie ein 8:0.

Wie schlägt sich die Kleinfeldmannschaft in ihrer ersten Saison?

Die Meldung einer Kleinfeldmannschaft war eine sehr gute Entscheidung. Wir können allen Spielerinnen die Möglichkeit geben, Spielpraxis zu sammeln und sich stetig zu verbessern. Ohne den Wettkampfbetrieb ist das schwerer. Trotzdem merken wir, dass unser aktueller Kader gerade so für beide Mannschaften ausreicht. Verletzungen, Beruf und Studium reduzieren Wochenende für Wochenende den Kader und das muss man auffangen können. Mit Heike Rauhoff und Thomas Fischer konnten wir glücklicherweise zwei tolle Betreuer für die Kleinfeldmannschaft gewinnen. Der Saisonstart war etwas holprig, da wir uns erst an die Spielweise im Kleinfeld gewöhnen mussten. Das Spiel ist viel schneller und es kommt auf Schlüsselpositionen an. Hier haben sich unsere Mädels aber gut rein gefunden und auch erste Erfolgserlebnisse gesammelt. Ich denke, wir werden hier mit der Zeit eine immer stärker werdende Mannschaft beobachten können, welche natürlich auch für die Großfeldmannschaft von enormer Bedeutung ist, da die Spielqualität immer weiter steigt.

Ist das Kleinfeld eine langfristige Alternative oder wird bei einem möglichen Aufstieg die Rückkehr zum Großfeld kommen?

Wir dürfen die Anzahl der Spielerinnen nicht unterschätzen, welche man für eine Groß- und eine Kleinfeldmannschaft benötigt. Wir haben jetzt 30 aktive Fußballerinnen und hatten an einem Spieltag mit Verletzten, Kranken und Abwesenden schon Probleme. Sicherlich streben wir langfristig eine zweite Großfeldmannschaft an, da dies natürlich für die Spielerinnen noch attraktiver ist und auch der Lernprozess schneller geht. Dazu sind aber mindestens noch fünf bis zehn zusätzliche Spielerinnen notwendig, sonst ist das nicht umsetzbar und zu gefährlich. Es bringt nichts mit Gewalt eine zweite Großfeldmannschaft zu melden, wenn wir unter der Saison dann vielleicht sogar zurückziehen müssen oder dadurch auch die erste Großfeldmannschaft personell geschwächt wird. Wenn wir diesen Schritt gehen sollten, dann muss er Hand und Fuß haben und soweit ist es noch nicht. Natürlich ist eine Grundvoraussetzung, dass die jetzige Großfeldmannschaft aufsteigt, damit wir mit beiden Mannschaften in der jeweiligen Zugspitzgruppe spielen können. Ansonsten wäre das aufgrund der Fahrtwege ein Unding.

Hört sich viel nach Zukunftsmusik an, kommen wir apropos andere Zugspitzgruppe noch mal zur Vergangenheit: Was lässt sich nach einer halben Saison dazu sagen, wie damals die beiden Zugspitz-Gruppen eingeteilt wurden? Eine gute Entscheidung für den SCPP?

Grundsätzlich blieb dem BFV ja gar keine andere Möglichkeit die Kreisklasse Zugspitze in zwei Gruppen aufzuteilen. Gesamt sind es jetzt 16 Mannschaften, was bei einer Liga definitiv zu viel gewesen wäre. Zwei Achtergruppen waren hier eine gute Lösung obwohl es im Vergleich zur Liga letzte Saison schon eine Umstellung ist, aber solange das nur eine Zwischenlösung ist und kommende Saison die Ligen wieder mindestens 10 Mannschaften beinhalten muss man da durch. Wenn ich die beiden Zugspitz-Kreisklassen miteinander vergleiche, ist es schwer zu sagen, welche "einfacher" ist. Wir haben mit Fürstenfeldbruck, Unterpfaffenhofen und auch Wildenroth drei starke Mannschaften in der Liga, in der anderen Kreisklasse sind es Eibsee Grainau, Oberau und Wackersberg. Und dort steht auch Haunshofen sehr weit oben in der Tabelle. Im Endeffekt ist es egal in welcher Gruppe wir sind oder gelandet wären. Es zählt ausschließlich die Gegenwart und es ist eigentlich ganz einfach, unabhängig von der Gruppe oder den Gegnern. Wenn man was reißen und aufsteigen will, muss man seine Spiele gewinnen. In der einen genauso wie in der anderen Gruppe. (augenzwinkernd)

Eine wahrlich schwere Gruppe haben die B-Juniorinnen in der U17-Kreisliga erwischt. Wie schaut es in der Jugendarbeit aus?

Ja, das ist richtig. Unsere B-Mädels haben eine echt schwere Gruppe erwischt. Unter der Kreisliga gibt es noch die kürzlich neu gegründete Kreisklasse. Wir haben zu Beginn der Saison versucht in die Kreisklasse zu kommen, was aber leider nicht geklappt hat. Wir wussten, dass es eine schwierige Saison werden wird. Die B-Juniorinnen mussten insgesamt acht Spielerinnen zur Frauenmannschaft abgeben, zudem ist mit Sandra Kemmelmeier eine weitere Leistungsträgerin zu den Damen aufgerutscht. Zu Beginn der Saison standen wir vor der Frage: Großfeld oder Kleinfeld? Wir hatten und haben immer noch einen sehr dünnen Kader, jedoch waren wir der Meinung, Großfeld bringt für die Entwicklung der jungen Spielerinnen eindeutig mehr. Und wir werden hier bestätigt. Die Mädels verbessern sich von Spiel zu Spiel und die Trainer Mathias Eggenhofer und Maria Melichar berichten immer wieder von Steigerungen. Ich denke in der Rückrunde werden sie sich weiter steigern. Langfristig wollen wir natürlich zur B-Großfeld wieder eine C-Kleinfeld am Spielbetrieb teilnehmen lassen. Dies wollen wir bis zum Sommer 2010 hinbekommen...

...und das bedeutet: gerade im Jugend-Bereich sind neue Spielerinnen ausdrücklich willkommen?

Ganz genau so ist es! Wir freuen uns immer über Neuzugänge, auch wenn Mädels dabei sind, die noch keine Fußballerfahrung haben. Einfach vorbeischauen und ausprobieren lautet unsere Devise. Der Kontakt zu uns Trainern kann natürlich auch über unsere Homepage im Menü Probetraining aufgenommen werden. Aber nicht nur im Juniorinnen-Bereich sind Neuzugänge herzlich willkommen, sondern auch im Damenbereich. Wie schon angesprochen, wenn wir unser langfristiges Ziel - eine zweite Großfeldmannschaft zu melden - erreichen wollen, brauchen wir noch einige Spielerinnen.

Ist damit der Transfermarkt im Winter wieder ein heißes Thema?

Nein, definitiv nicht! Wir sind super aufgestellt und ich sehe keinerlei Notwendigkeit, dass wir uns um Verstärkungen bemühen müssten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht offen für neue Spielerinnen sind, wir werden uns nur selbst nicht aktiv auf die Suche begeben. Wobei man so etwas niemals voraussagen kann. Was kommt, das kommt... (augenzwinkernd)

Gutes Stichwort: In wenigen Wochen kommt das nächste Jahrzehnt. Was wird da passieren? Was sagt die Glaskugel? Wo sieht sich der Coach in ein, drei und fünf Jahren?

Das ist natürlich eine sehr schwierige Frage! Wir sind jetzt mit der Damenmannschaft in der dritten Saison und visieren in dieser Spielzeit den Aufstieg an. Sollte uns das gelingen, geht es im nächsten Jahr natürlich rein um den Klassenerhalt. Ich sehe in unserer Zugspitzgruppe ein Problem: Bei Einführung einer vierten Kreisliga Zuspitze, sollte diese höchst wahrscheinlich sehr sehr stark werden. Meiner Meinung nach nicht zu vergleichen beispielsweise mit den Kreisligen München. Aber so ist das nun einmal, so war es die letzten beiden Jahre in der Kreisklasse schon. Es waren immer sehr sehr starke Mannschaften in der Zugspitzgruppe. Langfristig gesehen wollen wir uns auf Sicht der kommenden zwei bis drei Jahre natürlich in der Kreisliga etablieren, nur erst einmal müssen wir den Schritt dorthin schaffen und das wird kein leichter werden! Auf Sicht von vier bis fünf Jahren kann ich mir durchaus vorstellen, einmal die Gedanken in Richtung Bezirksliga spielen zu lassen. Aber das sind Spekulationen, Gedanken, Visionen die ehrlich gesagt wenig Sinn machen, denn wer weiß wie der Kader in zwei Jahren aussieht. Spielerinnen gehen weg, kommen hinzu, es ist einfach ein ständiger Wandel. Hier einen Zeitansatz zu fassen ist schwer, diesen kann man nur für sich selbst als Trainer stecken. (augenzwinkernd) Auf der anderen Seite braucht man natürlich ein Konzept um erfolgreich zu sein. Dieses gibt es beim SC Pöcking! Wir denken langfristig über den Jugendbereich bis zu den Erwachsenenmannschaften und wollen uns stetig steigern und Schritt für Schritt vorwärts kommen.

Dann viel Glück und Erfolg dabei, vorerst aber eine schöne vorweihnachtliche Winterpause. Vielen Dank für das Interview.